Lea Hanke

Am 07. März fanden in Offenbach gleich mehrere spannende Kunstausstellungen statt, die mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Verbindung standen. Diese Events boten Studierenden eine Plattform, um ihre Werke zu präsentieren und die kreative Szene in Offenbach weiter zu beleben. Durch das Zusammenspiel verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen entstand eine vielseitige und inspirierende Atmosphäre, die zahlreiche Besucher anzog und für einen regen Austausch sorgte.

Die erste Ausstellung fand in den Zollamt-Studios statt und war ein Orientierungsprojekt von fünf Studierenden der HfG. Diese Ausstellung kann als eine Art Bachelor-Äquivalent vor dem Vordiplom verstanden werden, da die Bewertung im Kunststudium an der HfG anders als an herkömmlichen Universitäten erfolgt – direkte Noten gibt es hier nicht. Die Studierenden hatten sich zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Vernissage zu organisieren. Inhaltlich setzten sich die Werke sowohl mit persönlichen Thematiken der Künstler als auch mit kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten auseinander, was für eine vielseitige und tiefgründige Ausstellung sorgte. Besonders beeindruckend war die experimentelle Herangehensweise der Studierenden, die verschiedene Medien wie Malerei, Skulptur und digitale Kunst kombinierten, um ihre Visionen zu vermitteln.



Neben den Projektionen gab es auch Möglichkeiten, mit den Künstler*innen zu sprechen, sodass die Hintergründe der einzelnen Werke und Konzepte näher erläutert werden konnten. Dies ermöglichte einen noch tieferen Einblick in die künstlerischen Prozesse und die Beweggründe der Studierenden. Gerade in einer Stadt wie Offenbach, die sich durch ihre kulturelle Vielfalt und ihren Wandel auszeichnet, sind solche Formate besonders wertvoll.



Die zweite Ausstellung fand im OK!, der Offenbacher Kunsthalle am Marktplatz, statt. Ursprünglich initiiert von Heiner Blum, wurde sie vollständig von Studierenden gestaltet. Hier konnten alle, die wollten, ihre Kunstwerke ausstellen – unabhängig davon, ob sie direkt mit Blums Kursen verbunden waren oder nicht. Besonders hervorzuheben ist, dass viele der ausgestellten Werke eigentlich für den letzten Rundgang der HfG vorgesehen waren, der jedoch teilweise nicht stattfinden konnte. Die Ausstellung im OK! bot den Studierenden somit eine alternative Gelegenheit, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Vielfalt der ausgestellten Werke war beeindruckend: Von interaktiven Installationen über Fotografie bis hin zu Performances in Video-Format war alles vertreten. Dadurch entstand ein dynamischer Raum, der nicht nur die künstlerische Bandbreite der Studierenden widerspiegelte, sondern auch eine spannende Diskussion über zeitgenössische Kunst und ihre gesellschaftliche Bedeutung ermöglichte.

Ein paar wenige Beispiele der vielen Ausstellungsstücke im OK!



Ergänzend zu diesen beiden Ausstellungen gab es in ganz Offenbach vom 06. bis 08. März eine besondere Kunstaktion: An verschiedenen Gebäuden der Stadt wurden insgesamt 16 Projektionen von Filmen und Kunstwerken gezeigt. Die Fassaden der zukünftigen Station Mitte, des Rathauses oder des C&A-Gebäudes verwandelten sich in eine Art „Multi-Projektionsszenario“. Inspiriert wurde dieses Konzept unter anderem von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ (1982), in dem große Stadtprojektionen eine zentrale Rolle spielen. Die visuelle Kraft dieser Installation war beeindruckend und verlieh Offenbach für ein paar Tage eine fast futuristische Anmutung.

Eine Projektion an der Fassade der zukünftigen Station Mitte (ehemaliger Galeria Kaufhof), auf der eine dynamische Menschenmenge zu sehen ist



Das Projekt „OFF-World“ entstanden in Kooperation zwischen Diamant Offenbach (Museum of Urban Culture), der Stadt Offenbach und der HfG. Ein besonderes Highlight war unter anderem die Projektion des französischen Kurzfilms „C’était un rendez-vous“ von Claude Lelouch aus dem Jahr 1976. Der neunminütige Film zeigt eine waghalsige Autofahrt durch das frühmorgendliche Paris – ungeschnitten, ohne Spezialeffekte und mit beeindruckender Kameraführung. Getimt wurde die Fahrt so, dass jede Ampel grün war, sodass der Fahrer durchweg freie Fahrt hatte. Diese Auswahl passte perfekt zur urbanen Kulisse Offenbachs.

Ausschnitt der Projektion von Claude Lelouchs Kurzfilm „C’était un rendez-vous“ am Gebäude des M. Schneider Gebäudes



Insgesamt waren die Kunstausstellungen in Offenbach eine große Bereicherung für die Stadt. Sie haben nicht nur die Innenstadt belebt, sondern auch vielen Studierenden der HfG eine wertvolle Möglichkeit gegeben, ihre Werke zu präsentieren – gerade weil dies beim letzten Rundgang nicht möglich war. Solche Veranstaltungen tragen dazu bei, Offenbach als kreative und kulturell spannende Stadt zu etablieren. Sie zeigen, wie wichtig es ist, jungen Künstlern Raum und Sichtbarkeit zu geben, damit sie ihre Ideen entwickeln und mit der Öffentlichkeit teilen können. Die Vielfalt und Qualität der gezeigten Werke hat einmal mehr bewiesen, welches kreative Potenzial in Offenbach steckt. Außerdem führten die Ausstellungen zu einem großen Austausch zwischen den Besuchern – sowohl miteinander, als auch mit den Künstlern selbst.

„Wenn er wüsste“ (Ausstellungsstück im OK!)



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