von Lea Hanke

Am 22. Februar 2025 fand eine große Müllsammelaktion im Mathildenviertel statt, organisiert durch das Stadtteilbüro des Viertels. Ziel der Aktion war es, die Straßen und Gehwege von Unrat zu befreien und das Viertel für alle Anwohner und Besucher angenehmer zu gestalten.

Die freiwilligen Helfer*innen am Morgen – mit (noch) leeren Müllsäcken und Schubkarren.

Bereits am Morgen versammelten sich zahlreiche engagierte Freiwillige, die tatkräftig mit anpacken wollten. Die Teilnehmer wurden in Zweiergruppen eingeteilt und zogen mit Zangen, Müllsäcken und Schubkarren durch die Straßen. Dabei sammelten sie alles ein, was achtlos weggeworfen wurde: Zigarettenstummel, Bierflaschen, Kronkorken, alte Möbel, Badeutensilien und sogar volle Einkaufswägen sowie ausgediente Weihnachtsbäume aus dem vergangenen Dezember. Besonders problematisch waren die überfüllten Gullys, die so verstopft waren, dass Regenwasser nicht mehr richtig abfließen konnte – ein ernsthaftes Risiko für Überschwemmungen in den Kellern der Anwohner.

ein überfüllter Gully in der Austraße. Abfluss von Wasser ist hier nicht mehr möglich.

Ein weiteres großes Problem stellten die unzähligen Zigarettenstummel dar. Wenn für jede weggeworfene Kippe fünf Euro an die Stadt Offenbach fließen würden, wäre der Haushalt durch diese beachtliche Summe saniert. Die enorme Menge an Zigarettenstummeln zeigt, dass hier ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig ist. Neben den optischen Auswirkungen enthalten Kippen umweltschädliche Giftstoffe, die ins Grundwasser gelangen können und somit eine Gefahr für die Natur darstellen.

Während der Aufräumaktion kamen die Helfer auch mit Anwohnern ins Gespräch. Viele von ihnen berichteten, dass sie sich ebenfalls um mehr Sauberkeit bemühten, ihre Bemühungen jedoch oft vergeblich seien. Ein Beispiel: In der Hermann-Steinhäuser-Straße hatten Anwohner Blumen gepflanzt, um das Straßenbild zu verschönern – doch bereits am nächsten Tag waren die Pflanzen herausgerissen. Solche Vorfälle frustrieren die Menschen, die sich für eine bessere Wohnumgebung einsetzen, und lassen sie mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück.

Der Müll ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch eine Herausforderung für die Stadt. Mehr Mülleimer oder häufigere Leerungen könnten dazu beitragen, das Viertel sauberer zu halten. Gleichzeitig liegt es auch in der Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger, ihren Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Helferinnen und Helfer stellten fest, dass oft sogar neben leeren Mülleimern Abfall lag, anstatt einfach hineingeworfen zu werden. Hier stellt sich die Frage, ob mehr Bewusstsein und Aufklärung notwendig wären, um das Verhalten der Menschen positiv zu beeinflussen.

Möbel und volle Müllsäcke: Oft startet ein Haushalt eine Kettenreaktion – stellt einer den Müll raus, stellt ein anderer seinen dazu.

Am Ende des Tages kamen zwei randvolle Schubkarren mit Laub, Unrat und zahlreichen Müllsäcken zusammen. Die Aktion war nicht nur erfolgreich, sondern auch eine wertvolle Initiative des Stadtteilbüros, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Besonders erfreulich war die große Bereitschaft der Teilnehmer, sich für ihre Stadt einzusetzen. Trotz der teils erschreckenden Müllmengen war die Stimmung positiv, und viele fanden es bereichernd, gemeinsam etwas Gutes zu tun.

Viele Beteiligte würden sich wünschen, dass solche Aktionen häufiger stattfinden – nicht nur im Mathildenviertel, sondern in ganz Offenbach. Eine Möglichkeit wäre, Aufräumaktionen innerhalb von Nachbarschaften zu etablieren, um gemeinsam für ein sauberes und lebenswertes Umfeld zu sorgen. Vielleicht lässt sich die Stadt sogar dazu bewegen, solche Aktionen aktiv zu fördern oder die Infrastruktur für eine saubere Umgebung zu verbessern.

Helge, wie er eine der vielen herumliegenden Glasflaschen in den Altglas-Container wirft.

Fest steht: Eine saubere Stadt ist nicht nur schöner anzusehen, sondern steigert auch die Lebensqualität für alle. Mit vereinten Kräften können Bürgerinnen und Bürger, Stadtverwaltung und Organisationen dazu beitragen, dass Offenbach sauberer und lebenswerter wird.

Im Offenbacher Mathildenviertel finden regelmäßig Müllsammelaktionen statt. Wer sich aktiv für ein saubereres Stadtbild einsetzen möchte, kann sich auf dem Instagram-Account des Stadtteilbüros (@qm_mathildenviertel) über kommende Aktionen informieren.

Nur ein kleiner Teil des gesammelten Mülls am Ende der 2-stündigen Aktion.



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